Teil eines Werkes 
2. Band (1865)
Entstehung
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ein, wenn Riſſe erführe, daß ſie ihn bei Louiſe ver⸗ leumdet hätte, ſo würde er ſeine Hand von ihr ab⸗ ziehen.

Stina mußte ſomit dem jüngeren Bruder ver⸗ ſprechen, auf alle ſeine Forderungen einzugehen, denn nur unter dieſer Vedingung ſollte ihre Ausſage gegen Louiſe für ihn ein Geheimniß bleiben. Während ſie aber auf ſolche Weiſe zum Nachgeben genöthigt war, wurde ſie ſich zugleich bewußt, daß der Widerwille, den ſie von jeher gegen Niſſe gehegt hatte, den Cha⸗ rakter eines gründlichen Haſſes annahm. Von dem Augenblick an, da Niſſe heirathete, ſollte ſie nur noch einen Wunſch haben, nämlich den, an Calle Rache zu nehmen.

Calle und Stina hatten gerade ihr Uebereinkom⸗ men geſchloſſen, als Niſſe von der Kirche heimkehrte. Calle ging ſogleich zu ihm hinein. Auf dem Ange⸗ ſicht des redlichen Schuhmachers ſtand deutlich zu leſen, daß er Gedanken und Empfindungen zum Raube geworden, welche ſehr ſchmerzlicher Natur waren.

„Gut, daß Du kommſt, Calle, begann er;„ich dachte an dich und mußte mir dabei ſagen, daß ich dich ſchon lange nicht geſehen hätte.“

Calle erwiederte etwas von dringenden Geſchäften und dergleichen und brachte dann das Geſpräch ohne alle Einleitung auf Louiſe.

Er hatte ſie ſeiner Ausſage nach getroffen und ſuchte nun, ſo gut es gehen wollte, ohne ſeinem Ver⸗ ſprechen gegen Stina untreu zu werden, Louiſe's Benehmen zu erklären. Er erzählte von Stina's Geſtändniß, ſie habe ohne allen Grund Worte über