demſelben Verhältniß, wie meine Liebe ſich entwickelte, merkte ich, daß er mich nicht liebte und ich hörte ihn es ſchließlich zu Ihnen ſagen.
„Mein verletztes und gekränktes Herz, mein Ent⸗ ſchluß keine Laſt für den Mann zu werden, den ich liebte, mein Stolz und Alles bewog mich, unſere Wege zu trennen.
„Nahe oder fern, im Leben wie im Tode, würde ich nie einen andern Mann lieben; aber eher als daß ich es ihm geſtehe, der mich nur aus eigen⸗ nütziger Berechnung gewählt hat, mag mein Herz berſten. Niemals wird es ſich dazu erniedrigen, ihm eine Liebe anzubieten, die er nicht erwiedern kann, und an dem Tage, an welchem er entdeckte, daß ich ihn liebe, würde ich aus Scham über meine Schwäche ſterben; wenigſtens würden wir uns in dieſem Leben nie wieder ſehen.
„Dieß vertraute Elvira mir an, und ich verſprach ihr, das Geſtändniß treulich geheim zu halten.
„Ich habe es jetzt verrathen; aber ich that es, weil ich dadurch zu nützen glaubte.
„Noch Eines.
„Als Deine Frau auf der italieniſchen Oper auf⸗ treten wollte, da geſchah es, um durch dieſe Hand⸗ lung Dich des Verſprechens zu entbinden, welches Du der Marquiſin gegeben: Das Band nicht zu löſen, das Euch an einander feſſelte.
„Sie wollte dadurch bewirken, daß ſie unberech⸗ tigt würde, Deinen Namen zu tragen, ohne ſich deß⸗ halb deſſelben unwürdig zu machen. Unter dem Einfluß ihrer exaltirten Gefühle ſuchte ſie auf dieſe Weiſe, Dir zur Freiheit zu ehbelſe D


