25
Sein Ausſehen hatte etwas Ausgezeichnetes und war ein ſolches, daß man es nicht vergißt, wenn man es einmal geſehen hat. Man konnte, je nach der verſchiedenen Auffaſſungsweiſe, es hübſch oder häßlich nennen.— Es hatte etwas Unglückverheißen⸗ des, Imponirendes, und es lag in den großen Au⸗ gen mit ihren buſchigen Augenbrauen eine magiſch feſſelnde Macht, ohne daß jedoch der Blick Vertrauen einflößte.
Sein Benehmen war ruhig, ſeine Bewegungen ungezwungen.— Wenn man nach ſeinen Manieren urtheilte, ſo würde man ihn für einen kalten Be⸗ obachter, für einen Künſtler gehalten haben, welcher nur für ſeine Kunſt lebte und für nichts Anderes, als für das, was damit zuſammenhing, Intereſſe hätte. Betrachtete man ihn genauer und ſtudirte dieſes Geſicht, welches Einem beim erſten Anblick ſo ſtarr vorkam, ſo meinte man, es gleiche einem ausgebrannten Vulcan.
Es ſchien, als wenn Jahre verſchwunden wären, ſeit jener Vulcan irgend. einen Ausbruch gehabt; als wenn Jahre vergehen würden, bevor ein ſolcher ſtattfinden würde; aber ungewiß war es, ob das Feuer im Krater deßhalb ausgebrannt ſei.
Als er Martha präſentirt wurde, ſagte er ihr auf ächt franzöſiſche Manier einige Artigkeiten, machte ihr Complimente wegen ihrer Schönheit, die auf ihn einen ſo lebhaften Eindruck gemacht ꝛc.
Aus allem dieſem ſprach freilich ein ſehr großes
Intereſſe; aber demohngeachtet kam es Martha vor,
als wenn er daſſelbe jedem beliebigen hübſchen Mo⸗ dell hätte ſagen können. Es war das Erſtemal,


