Teil eines Werkes 
2. Band (1864)
Entstehung
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daß Lady Caſterton in Wien dieſelbe Rolle wie in Paris ſpielt; ich reiſte über Hals und Kopf dort⸗ hin; als ich ſie aber aufſuchen will, hat ſie ſich be⸗ reits am Tage vorher aus der öſterreichiſchen Haupt⸗ ſtadt wegbegeben.

Wieder iſt ſie eine Zeitlang wie todt, als ich ganz plötzlich erfahre, ſie ſei in Rom der Gegenſtand, um den ſich die allgemeine Aufmerkſamkeit concen⸗ trirt. Ich reiſe Tag und Nacht; ich werfe Gold auf die Landſtraße, um vorwärts zu kommen; aber als ich anlange, iſt ſie fort.

Eines Tages, als ich mich in's Parlament be⸗ gebe, gratulirt man mir, daß ich meine ſchöne und ihrer Liebenswürdigkeit wegea ſo viel beſprochene Frau nach London bekommen hätte. Ich nehme die Glückwünſche entgegen, ohne etwas antworten zu können; ich eile nach meinem Hotel und laſſe nach Lady Caſterton fragen. Man antwortet, daß die Sachen und Dienerſchaft der Lady wirklich angekommen ſeien; ſie ſelbſt aber wäre nicht ſichtbar geworden. Drei Tage lang habe ich erwartet, daß ſie ſich hier einfinden würde, wo Alle ſie erwarten, aber verge⸗ bens; und doch kam es mir heute vor, als hätte ich ſie an mir vorbeifahren geſehen, als ich in meine Equipage ſtieg. Es iſt, als wenn dieſes Weib mich zum Narren haben wollte und beſchloſſen hätte, daß ich ſie für den Reſt meines Lebens hier auf der gänzen Welt ſuchen ſollte.

Aber warum ſuchſt Du ſie? fragte Sid⸗ ney. Du haſt unzählige Male verſichert, daß Du ſie verabſcheuſt. Nun gut, laß ſie denn in Ruhe