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Bei dieſer Gelegenheit ſuchte ſich Pföfſchen mit einem Dolche zu vertbeidigen; allein er wurde nebſt ſeinen Collegen überwältigt und in Feſſeln geſchlagen, die er nicht wieder ablegen ſollte.
Jeg Beg und der Marbachſche Schreiber wur⸗ den ein halbes Jahr ſpäter hingerichtet, und auf dem Wege zum Tode benahmen ſie ſich höchſt froh; ſie 4 ſuchten bis zum letzten Augenblicke ihrem Schickſal zu trotzen.
Nach ſeinem Tode wurde das Land nicht länger beunruhigt, und die Bewohner deſſelben waren ſeoh, dieſe unheimlichen Rotten endlich los geworder zu ſein.
XXXVII. Die Heimkehr.
. Ein Zeitraum von drei Jahren war ſeit den zu⸗ letzt erzählten Ereigniſſen vergangen.
Blondine lebte mit ihrem Söhnchen noch immer der Behauſung des Richters Urban. Der kleine riedrich war gegen vier Jahr alt geworden und die 7 junge, verlaſſene Mutter des Knaben fand durch den kleinen Liebling manche Erheiterung in ihrer Einſam⸗ keit. Sie liebte den kleinen Lockenkopf, wie ihr eige⸗ nes Leben, und bei ſeinem Anblick gedachte ſie oft mit Wehmuth an den entfernten Vater zurück. Johannes hatte Blondine aufrichtig geliebt; er atte ihr damals die Ehe verſprochen, und würde ſie ohne Zweifel geheirathet haben, wenn ihn nicht das durch Lorenzens Verrätherei herbeigeführte Schickſal von dem armen Mädchen getrennt hätte.


