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bis nicht Gottes Sonne zu den Fenſtern Ihrer nichts⸗ würdigen Mordhöhle herein leuchtet.“ Georgine ſtand wie aus den Wolken gefallen.
„Bravo, bravo, mein lieber Georg!“ rief der Freiherr.„Gott ſei's gedankt, ich glaube, du haſt ein ſicheres Mittel zu unſerer Rettung getroffen.“
„Ich glaube es auch,“ verſetzte Georg,„der
Erfolg muß günſtig ſein, ſofern der alte, graue
Sünder nicht ein Rabenvater iſt.“ Georgine mußte jetzt gezwungen Platz nehmen. Georg machte ſeine Waffen fertig und poſtirte ſich neben die Thür. So war eine volle Stunde vergangen. Da ließ ſich das Krächzen des alten Haidewirths hören. „Georgine komm herunter,“ keuchte er auf der Treppe. Aber Georgine kam nicht und Salomo ſah ſich genöthigt, in das Zimmer zu treten, welches Georg ſchnell geöffnet hatte. Bei ſeinem Eintritt ſtaunte er
nicht wenig, ſeine Tochter läſſig auf dem Stuhle
ſitzen zu ſehen.
„Haſt du meine Stimme nicht gehört,“ keuchte er.
„O ja, Vater,“ verſetzte Georgine.
„Und warum kommſt du denn nicht herab?“
„Weil ich nicht darf,“ verſetzte die Gefragte.
„Wie? nicht dürfen!“ rief der Alte.
Georg machte jetzt Salomo mit dem herrſchenden Verhältniß bekannt.
„Wenn Ihr es wagt, uns Eure Genoſſenſchaft auf den Hals zu ſchicken, ſo iſt Eure Tochter ein Kind des Todes, das ſchwör ich Euch, ſo wahr ich ein ehrlicher Menſch bin.“ 2 3
Salomo erſchrak nicht wenig.


