Teil eines Werkes 
2. Band (1857)
Entstehung
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Das arme Weib! So hatte denn der Himmel Erbarmen an ihr bewieſen und ſie hinweggenommen aus dem Jammer und Elend dieſes Lebens, das ihr durch den Undank eines unnatürlichen Sohnes zur Qual gemacht worden war.

Was ſoll ich anfangen? ſagte Thom, ſit iſt nun einmal todt und das Erbe, welches mir zu⸗ fällt, wird meinem Beutel nicht beſchwerlich werden. Ich muß von ihrem Ableben Anzeige machen, ſonſt kann es kommen, daß mir die Gerichte noch auf den Hals gerathen.

Das Begräbniß der alten Frau fand in einigen Tagen ſtatt und wurde, wie man ſich denken kann, ohne alle Feierlichkeiten vollzogen. Thom heuchelte dabei eine ſcheinbare Betrübniß, und es gelang ihm ſogar, das Mitleid der Begleiter in hohem Grade für ſich rege zu machen.

Der Tod ſeiner Mutter war für Thom ein willkommenes Ereigniß; er war nun in jeder Be⸗ ziehung frei und ungebunden, ihn hinderte nichts mehr, ſeinem verworfenen Treiben nachzuhängen, und daß

er dieſen Umſtand benutzte, brauchen wir kaum 33 hinzuzufügen.

Sein Haus ſtand ſeinen Genoſſen