Hälfte des Waldes erreicht, als ein Mann ſchnell aus dem Buſche herausſprang und auf dem ſchmalen Fußwege ſtehen blieb, welchen ſie verfolgte und den ſie weder zur Rechten noch zur Linken wegen der Waldung verlaſſen konnte.
Der Wartende war der Herankommenden durchaus fremd, ſie blickte ihn nicht ohne Furcht in das bärtige Geſicht, und ihre Herzhaftigkeit fing an zu ſchwinden bei dem Gedanken, daß ſie mit dem Unbekannten allein in dem weiten Walde zuſammentraf.
„Wohin des Weges?“ ſagte derſelbe, nachdem Leonore bis auf einige Schritte nahe gekommen war.
„Nach dem Fallgrunde,“ verſetzte die Gefragte,
₰ ſie ſich bemühte, ſo gefaßt als möglich zu ſcheinen. „Was wollt Ihr dort?“ fragte der Fremde. „Nun, was werde ich wollen, es iſt mein Wohn⸗ ort und ich kehre von Wandersleben dahin zurück.“ „Das kann nicht auf direktem Wege geſchehen,“ rwiderte der Unbekannte, indem er Leonoren bei den Armen faßte,„wir wollen zuvor eine Promenade Lih den Wald mit einander machen.“ Das geſchieht nicht,“ ſchrie Leonore aufgebracht, indem ſie ſich aus ſeinen Händen loszureißen ſuchte, was ihr jedoch nicht gelang. Der kräftige Mann zog ſie vom Wege ab, im Begriff, ſie in den Wald


