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Der Geiſtliche entfernte ſich und kehrte bald mit ſeiner Gattin zurück. Der Bote mußte jetzt mit näch dem Wohnzimmer gehen, wo ihm die gute Frau einen Stuhl gab; dann beſtürmten ſie ihn mit Fragen, die er auch größtentheils zur Zufriedenheit der be⸗ ſorgten Mutter beantwortete.
„Aber ſagt mir doch,“ fuhr ſie mit Fragen fort, „wie kam es, daß Ihr meinen Bernhard kennen gelernt habt?“
„Hm, das geſchah auf eine ſehr einfache Weiſe,“ erwiderte der Burſche.„Ich befand mich den Sommer über bei dem Hausmann der Lelranſtalt, der die Ordnung des Hausweſens zu beſorgen hatte, ich mußte hm dabei zur Hand gehen und hatte vollauf zu thun, mit Waſſer tragen, Holz hacken, den Hof kehren u. ſ. w. Auf dieſe Art lernte ich viele von den jungen Leuten kennen, ja ich habe ſogar einige von ihnen mit mei⸗ nem Beſenſtiele tüchtig durchgeprügelt.“
„Waos ſagt⸗Ihr!“ rief die Paſtorin,„durchge⸗ prügelt?“
„Ja, ja, das habe ich gethan, denn eher fand ich vor den übermüthigen Burſchen keine Ruhe. „ Wenn es ihnen nur irgend möglich war, ſo ſpielten . mir einen Schabernack, bald warfen ſie aus dem Fenſter mit verdorbenem Obſte nach mir, oder wenn


