—
zu Hermann:„Und Euch, edler Junker von Gies⸗ heim, bitte ich um einen Speer.“
„Es ſoll mir zur groͤßten Ehre gereichen, mit einem ſo tapfern Ritter eine Lanze zu brechen,“ ent⸗ gegnete jener verbindlich. Noch eine kurze Unter⸗ haltung— und die Ritter begaben ſich, von Her⸗ mann begleitet, zu den uͤbrigen Gäſten zuruͤck. Sieg⸗ mund verließ Mathilden mit Amors Pfeil tief im Herzen.
Am Nachmittag deſſelben Tages noch ließ der Wildgraf von Roßburg den Ritter Hans von Gies⸗ heim um eine Unterredung bitten. Wie ſehr er⸗ ſtaunte der alte Herr, als der Juͤngling mit aller Foͤrmlichkeit ſeines Zeitalters um die Hand ſeiner Tochter anhielt.„Und habt das Mägdlein heute zum erſten Mal geſehen?“ wendete der uͤber ſolchen Antrag innerlich hochentzuckte Vater ein.
„Um ihr vom erſten Augenblicke auf ewig an⸗ zugehoͤren“— O verſagt mir nicht das hochſte Gluͤck meines Lebens mahnte der Stuͤrmiſche.
„Es ſei fern von mir, die großte Ehre, welche
meinem Hauſe durch dieſe Vermählung begegnen kann, abzulehnen,“ ſagte verbindlich Ritter Gies⸗


