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kräftige Stamm herrliche Fruchte getragen, doch jett kam eine Zeit, da es leider ſchien, als ſei dieſes rit⸗ terliche Geſchlecht ſeinem Erloͤſchen nahe. Wildgraf Wolfram von Roßburg war noch die letzte Stuͤtze
deſſelben; der aͤlteſte ſeiner Bruͤder im Zweikampfe
gefallen, der zweite im jugendlichen Alter verſchie⸗
den. Nur er allein hatte ſich ſtandhaft erhalten un⸗
ter allen Stuͤrmen eines thatenreichen Lebens. Doch
ſchon zaͤhlte er der Jahre funfzig, ſein Haar fing an zu grauen, und noch hatte er keine Hofſnung, ei⸗
nen Stammhalter zu ethalten. Sein liebes Weib
Maria lag hart darnieder an einer ſchweren Krank⸗
heit; Niemand vermochte ſie zu heilen.
Tiefſinnig ſchlich da oft der Wildgraf in den hochgewolbten Gängen ſeiner Burg umher, wenn er an die nahe Verloͤſchung ſeines Stammes dacht⸗; duͤſtrer noch wurde ſein Blick, wenn er Anderer Bu⸗ ben wacker herumtummeln und ſie ritterliche Spiele uͤben ſah. Traurig wandte er ſich da oft ab, mit aller Macht drängte ſich ihm der Gedanke auf: du biſt der Letzte der edeln Roßburger, dir werden die Wappenſchilder deiner wackern Ahnen in die ſtille Gruft nachgeworfen, und bald wird die Erinnerung


