Teil eines Werkes 
2 (1825) Nachtfalter / von Franz Maria Nell
Entstehung
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524 ein freyes inneres Leben gründen, in einer entſcheiden⸗ den Cpoche ihres Lebens bis zum Entſchluſſe, dem Leben ſelbſt zu entſagen, ſo ſehr verkannt hatten. Nur ein Wunder in ihrer inneren Welt hatte ſie gerettet, als ſie am Stukze des Afdalſtromes ſich wieder fanden, und feſt hielten ſie ſeitdem in allen Stürmen des Lebens aneinander, wie die Brautfelſen in jenem donnernden Waſſerſturze.

Ein griechiſcher Fabeldichter ſchließt jede ſeiner Fa⸗ beln mit den Worten,dieſe Fabel lehrt und läßt dann die Lehre folgen. Der Erzähler glaubt ſich der Lehre, die ſich aus ſeiner Erzählung ableiten ließe, ent⸗ halten zu können. Wer das Bild des menſchlichen Le⸗ bens nicht in der Geſchichte eines Menſchenlebens er⸗ faßt, der wird auch der Verſicherung ſchwerlich Glau⸗ ben beymeſſen, daß ein Bild des Lebens hier an ihm vorüber gegangen ſey. Jenem aber, welchem die Sym⸗ bolik des Erzählers verſtändlich iſt, würde die Lehre aus dieſer Geſchichte ſo überflüſſig ſeyn, als dem Ken ner des Alterthums eine Vorrede auf Steinplatten zur Statue des Laokvon. Für die Augen der Leichtſinnigen, deren Geiſt die unſichtbaren Schlangen nicht gewahret, die den Sterblichen und die geliebten Kinder ſeines hei⸗ ßeſten Verlangens mit tödtenden Ringen umſchnüren,