Teil eines Werkes 
2 (1825) Nachtfalter / von Franz Maria Nell
Entstehung
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Pfad in die grünen Ebenen, überfiel jetzt den halb⸗ träumenden Adolph. Im betäubenden Geräuſche des Waſſerſturzes löſten ſich ſeine Gedanken immer mehr in luftige Traumgeſtalten; er ſah ſich als ein Kind, das vor der feſtgeſetzten Stunde in das Haus des Vaters heimkehrt, und von dieſem liebend und ſonder Schmol⸗ len empfangen wird; ſein eigener Vater ſtand im Licht⸗ glanze vor ihm, er weinte, und gleich als ob ihn des Stroms Najade hinabzöge, neigte ſich ſeine Bruſt im⸗ mer tiefer an den Rand des ſteilen Felſens am Waſſer⸗ falle, wo er in der gefährlichſten Lage, in der je ein Menſch gelegen, dem Schlafe in die Arme ſiel.

Jetzt fühlte er ſich im Traume hoch über die Erde gehoben; dieſe aber wälzte ſich im majeſtätiſchen Um⸗ ſchwunge vor ſeinen Augen um ſich ſelbſt. Die ſtolzen Städte lagen in Trümmern, keine Menſchenwohnung ſtand auf der Erde, und nur die Tempel der Gläubi⸗ gen ſtrahlten im Lichte des Vollmonds, der über ihr ſchwebte. Pyramiden und Obelisken, römiſche und griechiſche Tempel, die Kirchen der Chriſten mit hohen Thürmen, die Pagoden der Aſiaten, die heiligen Haine der Menſchen ohne Baukunſt, dieſe grünen Tempel der Gottheit, alle Altäre des Ewigen zogen an Adolphs Augen vorüber, die Welt war todt, aber der Glaube lebte. Da fuhr ein Engel mit goldener dröhnender Po⸗

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