309— ſtörten häuslichen Friedens eingelaufen zu ſeyn glaub⸗ ten. Aber welche Alpe liegt dem Blitze des zürnenden Donnergottes zu hoch!2 welche Erdſchlucht der lau⸗ nenhaften Fortuna zu tief?! Halte Niemand, ſey er noch ſo genügſam, irgend einen Zuſtand für ein Glück, eben weil er ſich glücklich fühlt, kann auch ein zufriede⸗ ner Bettler noch tiefer ſinken. Durch das Schmelzen des Schnee's in der Sommerſonne ſtürzten verwüſtende Lawinen auf Olſons Aecker von den Alpenhöhen herab, um ſie für Jahre in Eisfelder zu verwandeln; eine lange Dürre verzehrte das Gras auf den Bergen, und
das wenige Vieh der kleinen Wirthſchaft ſtarb Hungers.
Die Ernte des Jahres, die Ausſicht auf die Ernte der nächſten Jahre waren zertrümmert; drey Kinder und ewey Frauen, ein ſchwächlicher Greis ſeufzten nach Nah⸗ rung und Labung in Olſons Hauſe, aber dieſer und Adolph, die im Schweiße ihres Angeſichtes arbeiteten, konnten der kargen, hartherzigen nordiſchen Erde nichts mehr abgewinnen, und die Nachbarn konnten nicht hel⸗ fen, denn gleiches Unglück hatte das ganze Afdal ge⸗ troffen, Vettiethal aber war verödet, ſeit kein Gyllen⸗ borg mehr dort hauste. Das letzte Haferbrot war ver⸗ zehrt, Moos und Fichtenrinde gohren bereits in den Mulden zur Nahrung für ein geſunkenes edles Ge⸗ ſchlecht, und nur die Auswanderung in die tieferen
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