anzunehmen ſich ſträubte. Doch verdrängte jetzt ſchon ein bitterer Haß jene Liebe, die ſie einſt Aſtolph entge⸗ gen trug, und welche dieſer im Kampfe gegen ein ver⸗ lockendes Traumbild zu erwiedern ſchien, nun aber, da ihm dieſes Wirklichkeit geworden, kalt und verächtlich von ſich wies. Gekränkte Eitelkeit und heiße, aber ſelbſt⸗ ſüchtige Liebe ſtritten ſich in Ghismonden um das Vor⸗ recht der Herrſchaft, die jene der Rache, dieſe der Theil⸗
nahme an dem Geſchicke des Verirrten abtreten wollte.
Aſtolph, den ein unſeliger Wahn die Vorſpiege⸗ lung von Enterbung und den Zorn des Vaters für Wahrheit, für die Enthüllung des giftigen Kerns der glänzenden Außenſeite ſeines Daſeyns nehmen ließ⸗ ſuchte mit derſelben Verblendung die Krone ſeines Le⸗ bens in Sevilla bey Albinen. Neuen Irrthum auch hier zu enthüllen, war der Uunglückliche beſtimmt. Den Kampf mit dem feindlichen Geſchicke glaubte er über⸗ ſtanden zu haben, als er, die Spuren davon im blei⸗ chen Antlitze⸗ Albinens Gemach betrat, einem neuen Feinde ſeines Glückes und ſeiner Nuhe zu begeg⸗ nen. Albina, die ihn ſehnſuchts voll erwartet hatte, ſchauderte vor dem Abgrunde zurück, an den er ſie durch die Schilderung ſeines jetzigen Zuſtandes führte. Sich als die Schuld an ſeinem Mißgeſchicke, an der
Enterbung des Geliebten betrachtend, konnte ſie ſeine


