. 58 heimniß bleiben muß, indeß die verkannte Tugend ih⸗ ren Segen in die Hütte des ungerecht Verfolgten ver⸗ verbreitet. Die wunderbaren Geſchicke der Aeltern Albi⸗ nens, das Verhältniß ihrer Mutter zu ſeinem Vater, ketteten ihn feſter an die ſchuldloſe Dulderinn ſo vielen Leides; die mit dem Opfer ihres Rufes die Stütze ih⸗ res Hauſes geworden. Bewegt von den Eindrücken ſo ſeltſamer Ereigniſſe, in denen die Nemeſis für ſeines Vaters Unrecht, an Albinens Mutter verübt, in ihm den Rächer zu ſuchen ſchien, wollte Aſtolph die edelſte Rache in der Verſöhnung alten Haſſes ſuchen. Voll von dem Gedanken, ſeinen Vater zur Billigung ſeiner Ver⸗ bindung mit Albinen zu ſtiller häuslicher Zurückgezogen⸗ heit auf einem ſeiner Güter zu bewegen, äußerte er Al⸗ binen die beſten Hoffnungen, und beyde hüpften bald im Taumel der Liebe über die Abgründe hinweg, an denen ſie vor ein Paar Augenblicken noch ſchaudernd geſtanden hatten. Als Albina beym Scheiden in der Vorhalle des Saals die Larve abnahm, las Aſtolph mit Entzücken den Ausdruck der edlen reinen Seele in ihren Zügen, die aus ihren Reden hervorgeleuchtet hatte. Die magiſche Gewalt ihres offenen Blickes, den ihm die Maske ſo lange entzogen, machte ihn doppelt feind der Verſtellung, aber auch der damit nahe verwandten Kunſt ſeiner Lieben, die er darum zweyfach haßte, wie jene
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten


