Teil eines Werkes 
2 (1825) Nachtfalter / von Franz Maria Nell
Entstehung
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18 Geheimniſſe der Liebe, ihre Leiden und Freuden. Aſtolphs Gemüth war zerriſſen und den kreuzendſten Betrachtungen über das Wahre und über den Schein im Leben hingegeben. Er bemerkte mit tiefem Wehge⸗ fühle, wie aus Albina's Spiele durch eine kunſtgerechte und doch bezaubernde Lebhaftigkeit eine natürliche Schwermuth hier und dort durchblickte, wogegen Ghis⸗ mondens erkünſtelter Ernſt, mit dem Seitenblicke ange⸗ borner begehrlicher Lebendigkeit, wie er die Augen der Coquetten dem Unerfahrnen zum gefährlichen Räthſel macht, ſeltſam abſtechen mußte. Und doch lebte jene ganz der göttlichen Kunſt, auf welche dieſe, vornehm damit tändelnd, nach dem Spiele verächtlich herabſah⸗ Keine Täuſchung war für Aſtolph auf der Bühne, oder die größte, die Welt ſchien ihm ein's geworden mit dieſer. Eine Laune des alten Seradilla hatte Albinen und Ghismonden gleich geſtellt für einen fröhlichen Au⸗ genblick;Warum, dachte Aſtolph,ſoll mein ern⸗ ſter Wille ſie nicht gleichſtellen zu meinem dauernden Glücke! Albinens Reitze, ein geheimer, unerklärbarer Zug ſeines Herzens zu ihr, der Wahnglauben, ſie ſey für ihn beſtimmt, hatte Aſtolph von dem Paradieſe der ſchönen Hoffnungen erſter Liebe Beſitz nehmen laſſen; ſchwer nur konnte er ſich davon trennen. Er bemerkte nicht, daß ihn das Lob Albinens aus dem Munde ſei⸗