Teil eines Werkes 
2. Band (1858)
Entstehung
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der Welt gegenüber zu treten, weil der Glaube und die Gläubigen zu Ehren gekommen waren, ja, daß darin faſt eine Gefahr lag, zu leichten Kaufs zu einem ſolchen Her⸗ vortreten zu kommen.

Nach dem feſtlichen Mittagseſſen wurde der köſtliche Maienabend luſtwandelnd im Garten genoſſen. Als dann wieder alle Gäſte in den Zimmern verſammelt waren, ſollte mit einem Liede das Feſt beſchloſſen werden. Der Großvater ſaß mit der Großmutter im Sofa, Kinder und Kindeskinder, Verwandte und Freunde ſaßen und ſtanden um ſie herum, die Oberförſterin hatte ſich an das Clavier geſetzt.

Wir haben heute ſchon viele Lieder geſungen, ſagte der Großpapa freundlich, immer Dank⸗ und Loblieder, das war auch natürlich: wenn wir auf die Vergangenheit zurückſchauen, haben wir dem Herrn zu danken und zu preiſen. Jetzt beim Schluß des Feſtes, wo wir mit des Herrn Hülfe wieder in die Zukunft ſchauen wollen, möcht ich ein Lied mit Euch Lieben ſingen, das meiner Seele am nächſten liegt, mit dem Lied möcht ich mit meiner lie⸗ ben Gefährtin einſt an der Himmelsthür ſtehen und mit dem Lied, das iſt unſer Gebet, möchtet Ihr doch Alle ein⸗ mal dort ſtehen. Wer dies Lied von ganzer Seele ſingen kann, wird ſicher angenommen. Das iſt das Beſte, was ich Euch Lieben zum Abſchied wünſchen kann, das gebe der Herr uns Allen.

Aus tiefer Noth ſchrei ich zu Dir ſo ſtimmte