Teil eines Werkes 
2. Band (1858)
Entstehung
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tragen lernen, liebe Emilie. Das gebe der Herr! fügte Schlöſſer hinzu, nahm Enilien bei der Hand und verließ mit ihr das Zimmer. Als Eliſabeth jetzt mit ihrem Mann allein war, ſagte ſie bewegt: Ich freue mich doch, daß ſie endlich meinem Glücke trauen will.

Nach acht Tagen, Eliſabeths Beſuch war ſchon ſeit einigen Tagen wieder abgereiſt, da wandelte ſie mit ihren Kindern im Garten, es war wieder kälter geworden, aber das Wetter war doch wunderſchön, Eliſabeth hörte plötzlich die Hornmuſik aus der Ferne, ſie ſchaute in den klaren, tiefen blauen Himmel hinein, o wie herzbewegend waren dieſe Töne! Sie eilte die Treppe hinauf, ſie ſtand am bekannten Fenſter: heute war ihr Mann zum erſtenmal wieder zur Uebung mit dem Regimente geritten, heute mußte ſie zagend verſuchen, ob ein erſehnter Gruß ihr noch zu Theil werden könnte. Sie ſah die Sonne auf den hellen Küraſſen blitzen; als der prächtige Zug aber näher kam, zog ſie ſich hinter der Gardine zurück. O wie ſchlug ihr Herz ſo bange und erwartungsvoll! Das war er, der ſtattlichſte von den Reitern, wird er hinauf ſehen? Ja! er wandte den Kopf, ſah grüßend hinauf. Eliſabeth ſtand mit gefalteten Händen. Sie ſchaute hinauf in den tiefen, blauen Himmel, ſie hörte die fernhin ſchmetternden Töne, ſie dachte an die Vergangenheit, an ihre Brautliebe, ſie dachte an Wangeroge, an ihr Gebet, an ihre Sehnſucht. Kann der Herr Wunder thun, kann er auch eine zerwehte Brautliebe wieder ſchaffen? Ja, er kann es, der Herr iſt