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ten. Sie that das aber in einer gewiſſen Reſignation, ſie hätte nie wie Eliſabeth harmlos darüber ſcherzen können, ja ſie hatte ihren Mann einmal feierlich gebeten, dieſe Sache nie zu erwähnen. Es blieb ein wunder Punkt in ihrem Herzen, von dem ſie immer noch hoffte, ihr Mann würde endlich ihr Märtyrerthum anerkennen und ihr gerührt nachgeben. So war es nicht nur in der einen Sache, es war auch in vielen Kleinigkeiten, die das Leben brachte, ſo: ſie fügte ſich ihrem Manne mit großer Selbſtüberwindung, aber er konnte immer durchfühlen, daß ſie etwas vollbracht hatte, und beider Herzen wurden dabei nicht warm. Eliſabeths wirkliche Freude am Nachgeben, ihre Zu⸗ verſicht, daß es einmal nicht anders ſei, fiel auf ihr Ge⸗ wiſſen. Als jedoch die Großmama ſcherzend zu ihrer Toch⸗ ter ſagte: Nicht war, Eliſe, von der jungen Frau könnte man ſelbſt noch lernen? konnte Emilie nicht ſchweigen, und zwar mit einem Verſuch zum Scherz ſagte ſie: Das würde aber ein ſehr einſeitiges Verhältniß ſein, wenn der Mann immer Recht und die Frau immer Unrecht haben ſoll; die Männer müſſen endlich konfus werden, was überhaupt Recht und Unrecht iſt.— Die Sache iſt doch nicht ganz ſo, wie ſie ſcheint, nahm der Großvater das Wort, eine Frau hat entweder mit einem vernünftigen oder mit einem unvernünf⸗ tigen Manne zu thun. Ein vernünftiger Mann wird im⸗ mer ſein Unrecht einſehen, wenn er auch nicht immer in der Stimmung iſt, es gleich auszuſprechen; die Stimmung geht aber vorüber und er wird es dann eingeſtehen.—


