Teil eines Werkes 
2. Band (1858)
Entstehung
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Unſchuld unſeres Herzens glaubten wir, dieſer Mann ſei wirklich liebenswürdig! ſeufzte Paula. Ja, wir können es in unſerer idealen Welt nicht begreifen, wie Männer ſo roh, ſo rückſichtslos ſein können, fuhr Wina fort. Aber Paula, mein erſtes Gefühl, als ich dieſen Mann ſah, hat mich alſo nicht getäuſcht, obgleich ſpäter meine Gutmüthig⸗ keit mich irre führte: er iſt ein gefährlicher Menſch, und daß Eliſabeth ihn nicht erziehen ſoll, iſt das Schlimmſte.

Ich muß dem armen Dinge doch rathen, daß ſie ihn nur nie reizt, warnte Paula. Und ihn doch klug leitet, ſiel Wina ein. Wir werden doch aber ſo bald als mög⸗ lich abreiſen, bat Paula. Natürlich, ſo bald als möglich, fiel Wina ein, ich möchte nur einen Eclat vermeiden, da⸗ rum reiſe ich nicht augenblicklich. In der Art ging die Unterhaltung noch ein Weilchen fort, bis ſie mit Hü⸗ ten und Arbeitsbeuteln, Wina in wüdigen ſtolzen Schrit⸗ ten, Paula etwas trippelnd, über den Hof nach dem Gar⸗ ten gingen.

Der Abend war wirklich wunderſchön, der weißgedeckte Tiſch ſtand einladend in der Jasminlaube und Eliſabeth, im himmelblauen Muſſelinkleide, ſchickte ſich an, die liebens⸗ würdige Wirthin zu machen. Die Spannung ihres Herzens, den Gedanken, wie ihr Mann ſich heute Abend verhalten würde, verbarg ſie ſehr geſchickt. Das durchzuführen, mußte ſie natürlich vermeiden, ihn allein zu ſehen und ſich mit ihm auszuſprechen, die Tanten hätten dann jedenfalls die Sache durchſchaut. Sie ſtellte ſich darum nur unter ſein