Teil eines Werkes 
1. Band (1858)
Entstehung
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liche und Selige an der Liebe, das Liebesglück, was die⸗ ſer Welt nur angehört, müſſen wir auch dieſer Welt preis⸗ geben. Er hatte Aehnliches öfter gehört und es blieb ihm unverſtändlich. Wie kann„Seelennoth zuſammen tragen“ das Beſte von der Liebe ſein? Heute, nach den Erlebniſſen der beiden Tage, war ihm das Verſtändniß geworden, er hatte hineinblicken dürfen in die geheimnißvolle Welt dort über ſich, Eliſabeth in ihrer Seelennoth, in ihrem Kampf und ihrem Siege, war jetzt erſt ſein geworden, Eliſabeth war nicht nur ein ſchwaches, liebliches Kind, ſie war ſtär⸗ ker als er ſelbſt, ſtark durch ihre kindliche Demuth. Wie war ihm denn, dem Manne mit dem feſten Willen und dem guten Gewiſſen, in der erſten und ſo leichten Verſuchung, als er ihr gegenüber zum erſten Mal fühlte, daß ſie un⸗ liebenswürdig ſei? Seine Liebe zeigte ihm keinen Weg, weil er nicht Liebe, nur Aerger fühlte, und obgleich er ſich äu⸗ ßerlich zuſammennahm, war er innerlich doch in Noth, und wußte ſich nicht anders zu helfen, als daß er aufſtand und böſe davonging. Wie wäre es denn geworden, wenn Eliſabeth nicht zuerſt kam? Nun freilich, geſtern hatte ſie Unrecht und mußte kommen, konnte er ſich beruhigen; wenn ſie aber heute, wo ihr Herz doch eigentlich Recht hatte, nicht dem Herrn übergeben hätte, was ſie in ihrer Liebe hindern wollte, wenn ſie launig und verſtimmt war, was wäre dann geworden? Er fühlte ſich hier vor einem La⸗ byrinthe, aber er mußte hindurch. Eliſabeth mit ihrem

zarten Gewiſſen und ihrer zarten Gefühlswelt brachte ſich 19*