Druckschrift 
Wundervolle Sagen und abentheuerliche Geschichten aus alter Zeit / von Fr.G. Nagel
Entstehung
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198 ren, hier ſchwur Bernhard dem Chriſtengotte der Liebe und des Erbarmens. Mit Fug und Recht hatten die Grafen von Reinſtein An⸗ halts Sache vertheidigt gegen den Biſchof von Halberſtadt und deſſen Vaſallen. Das for⸗ derte laut des Kaiſers Gebot, das heiſchte das Blut in ihren Adern; war doch die Mutter⸗ die früͤh verewigte Sophia, eine Tochter Fürſt Heinrichs von Anhalt geweſen. Fehde und Krieg, die aus ſolchem Unheil entſtanden wa⸗ ren, verantwortete traun des Keiſers Befehl, und der Tod auf freien Raub, in offener Fehde erbeuter, das dem Grafen zu harte Strafe..

Täglich ſtreifte der Kuͤhne ſeitdem mit ſei⸗ nen Getreuen in Nachbargebieten. Kein Bi⸗ ſchof und Herzog war ſicher vor ſeinem Be⸗ ſuche. Er weilte heute unter den Thoren der Stiftsſtadt, und pluͤnderte morgen den Gau der Städter, die den tapfern Albrecht in ſchmachvoller Gefangenſchaft hielten. Un⸗ ermeßliche Beute ſammelte der Wildgraf auf