Druckschrift 
Wundervolle Sagen und abentheuerliche Geschichten aus alter Zeit / von Fr.G. Nagel
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Nachdem der ruͤſtige Jungling, des väter⸗ lichen Troſtſpruchs eingedenk, endlich hindurch⸗ gebrungen war, oͤffnete ſich ihm bald ein en⸗

ger, wenig betretener Pfad, dem er folgte.

Kaum war Friedemund eine Viertelſtunde dar⸗ auf fortgegangen, ſo ſtand er vor dem ver⸗ hängnißvollen Pförtlein. Dreimal pochte er an die niedrige Thuͤr, ſo hatte der Vater geboten. Bei dem dritten Schlage knarrte die Pforte in den eiſernen Angeln und oͤffnete ſich. Ein lichter Strahl fiel durch das dichte Nadel⸗ holz in das finſtere Gewoͤlbe, in welchem der Berggeiſt, abgeſchieden von der Menſchenwelt, in dumpfer Stille ſeine Tage hinbrachte, bis ihn drohende Gefahr eines Pilgers im Gebirge zu Huͤlfe rief, oder etwa ein Anwohner des Waldes, der ſeine Grotte kannte, in den Tan⸗ nen irrte, da das Pförtlein ſuchend, anklopfte. Der Lichtſtrahl fiel in das Antlitz des menſchen⸗ freundlichen Gnomen, und er trat vor die Pforte. Eine ehrwuͤrdige Geſtalt ſah Friede⸗ mund vor ſich ſtehen, in Schwarz gekleidet vom Kopfe bis zum Fuſſe; Jahrhunderte zählte