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Pierzehntes Rapitel. Die Viper.
Während dieſe Verſchwörung ſich gegen ſie, ohne daß ſie es vermutheten, anzettelte, ſahen Lazare und Adeline, die beide nicht ſchlafen konnten, beharrlich in ihren Gedanken alle die Details der kleinen Scenen, deren Schauplatz die Henwieſe Abends geweſen war, wieder und wieder vorüberziehen. Die Entdeckung ihres Namenszugs auf dem Sande neben dem Zephyrs hätte vielleicht unter andern Umſtänden nicht hingereicht, das Mädchen glauben zu machen, daß der Lehrling in ſie verliebt wäre; aber die Enthüllung Lazare's ließ ihr darüber keinen Zweifel. Sie erklärte ſich jetzt auch den Selbſtmord des Lehrlings und die Hausſuchung in ihren Schubladen, zu welcher ihn eine eiferſüchtige Ahnung getrieben hatte. Inzwiſchen hielten ſich ihre Gedanken, allzu beeilt, vorwärts zu kommen, kaum bei dieſer Liebe Zephyrs auf. Sie fand in ihrem Herzen nichts, als jene ſchweſterliche Sympathie, welche der Liebe des jungen Burſchen die Entſtehung gegeben hatte. Ein wenig Mitleid miſchte ſich vielleicht in dieſe Sympathie, wenn ſie daran dachte, daß der Lehrling dieſelben Lei⸗ den erduldete, welche ihre verkannte Leidenſchaft über ſie ſelbſt brachte; hernach meinte ſie, bei der Erinne⸗ rung an die nächſte Zukunft, die ſich für Zephyr eben vorbereitete, ſeine Liebe, aus der Abgeſchiedenheit ent⸗ ſtanden, würde ſich unter den Aufregungen einer Exi⸗ ſtenz, wo Alles für ihn zu einer Zerſtreuung werden


