Teil eines Werkes 
5. bis 9. Bändchen (1862)
Entstehung
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hier nicht läugnen, daß ſolche Stunden mir ein ange⸗ nehmes Gefühl bereiten. Rings um mich her ſehe ich Perſonen mit allen Vorrechten der Geburt, des Reich⸗ thums und der Schönheit, und gleichwohl vereinigt ſich die Theilnahme Aller, begegnen ſich die Blicke Aller um mich herum, das geringe arme Mädchen, das nichts anders beſitzt, als ein Gefühl für die Heiligkeit und Größe der Kunſt.

Endlich zog ich mich müde vom Geſpräch zurück und fand ein verborgenes Plätzchen in einer Fenſterniſche. Meine Blicken und mein Herz ſuchten die Blondine.. Sie kam juſt in dieſem Augenblick an ihres Bruders Arm nach dem Ende des Saales, wo ich meine Frei⸗ ſtätte gefunden hatte. Die beiden Geſchwiſter unterhiel⸗

ten ſich lebhaft und kamen dabei immer mehr in meine

Nähe.

Der Bruder, den ich bereits unter meinen eifrigſten Bewunderern bemerkt hatte, äußerte einige ſchmeichelnde Worte über mein Talent.

Ich glaube wahrhaftig, daß Du nicht bloß in ihren Geſang verliebt biſt, ſondern auch in ihre Per⸗ ſon, ſagte die Schweſter ſchalkhaft.

Ja, antwortete der Bruder im Enthuſiasmus, ſie iſt das reizendſte Weib unter der Sonne, und ihr

Talent iſt nichts gegen ihre perſönliche Liebenswürdig⸗

keit.

Mein Lieber, unterbrach ihn die Schweſter, die auf einmal ganz ernſthaft wurde,nimm Dich wohl in Acht. Ich für meinen Theil bewundere Mamſell Leo⸗ poldine auf der Bühne; aber außerhalb derſelben werde ich niemals vergeſſen, daß ſie eine Actrice iſt.

Ich hörte Nichts mehr. Dieſe Worteeine Actrice

wurden von dem jungen Mädchen in einem Ton aus⸗ geſprochen, worin eine offenbare Verachtung lag. Sie, die mir ſo theuer geweſen war und es noch jetzt iſt, ſie, deren bloße Gegenwart meinem Herzen Frende ge⸗