Teil eines Werkes 
5. bis 9. Bändchen (1862)
Entstehung
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ſtehen, daß hauptſächlich Mamſell Leopoldinens geniale Darſtellung der Titelrolle es war, was hier bei uns dieſem Stück ein ſo außerordentliches Intereſſe, einen ſo glänzenden Erfolg verſchaffte. Wir haben ſchon vor einigen Tagen eine ausführliche Kritik über die junge Säͤngerin als Leonore zum Beſten gegeben. Der Haupt⸗ inhalt unſerer Kritik war der, daß ſie ſowohl was Auf⸗ faſſung, wie auch was Darſtellung betrifft, die ſchönſten Beweiſe eines wahren künſtleriſchen Talents geliefert habe, und wir hefteten dabei unſere Hauptaufmerkfam⸗ keit ganz beſonders auf die Inſpiration, die ihren Vor⸗ trag auszeichnet, ſowie auf ihr geiſtreiches Talent, zu idealifiren und ſo zu ſagen ihre Rolle ſelbſt zu ſchaffen. Es bleibt uns nur noch übrig, zu erklären, daß ſie, obſchon ſie uns bereits bei der erſten Vorſtellung un⸗ übertrefflich erſchien, gleichwohl bei jedem neuen Auf⸗ treten neue Fortſchritte gemacht, eine weitere Vollen⸗ dung gewonnen und einem bewundernden Publikum die freudigſte, angenehmſte Ueberraſchung geſchenkt hat. Wir bezweifeln wahrhaftig, ob irgend ein Theater der Jetzt⸗ zeit eine Leonore aufweiſen kann, welche ſich derjenigen an die Seite ſtellen dürfte, die wir die unſrige zu nennen das unſchätzbare Glück haben. Daß ſchon Mam⸗ ſell Leopoldinens einnehmende Schönheit, ihre plaſtiſch vollkommene Figur, ihre natürlich edlen Bewegungen jedes mit Gefühl begabte Gemüth entzücken, glauben wir als bloße Kunſtrichter nur im Vorbeigehen erwähnen zu dürfen, und wir halten uns hauptſächlich nur an den eigentlichen Gegenſtand unſerer Kritik: ihren Geſang und ihr Spiel. Eine reinere, klangvollere Stimme hat vielleicht ſelten einem menſchlichen Ohr geſchmeichelt. Alles, was wir von Silbertönen und Nachtigallengeſang ſagen können, iſt zu arm, wenn wir von Mamſell Leopoldinens himmliſcher Stimme ſprechen. Ihr Talent gehört einem unbeſchreiblichen, unvergleich⸗ lichen Schlage an, und die namenloſe Lieblichkeit, die in jedem ihrer Töne liegt, läßt ſich nicht mit alltäglichen