Teil eines Werkes 
2. Abtheilung, Czar Paul und sein Volk ; 3. Band (1861)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

12

ſofort eine Reiſe nach Stockholm anzutreten habe und die Rückkunft des Kaiſers nicht mehr erwarten ſolle. Nur das Verbleiben des Fürſten Kourakin in ſeinem bisherigen Amte und in der nahen Umgebung des Czaren ſchien noch ungewiß zu ſein. Besborodko ſchien ſeitdem jeden Tag von Neuem darauf gewartet zu haben, und als er in dieſem Augenblick die ſchöne Gabriele mit einem ſo verſtimmten, faſt ärgerlichen Geſicht vor ſich ſtehen ſah, glaubte er entſchieden, daß ſie nur des halb gekommen ſei, um ihm noch bei guter Weile einen vollſtändigen Fehlſchlag in der Angelegenheit Kourakins zu berichten.

So ſprechen Sie doch endlich, meine Theuerſte und Gnädigſte! ſagte er jetzt faſt verwirrt, indem er mit Gewalt ihren prächtigen weißen Arm an ſich riß, und ihr durch dieſe heftige Berührung einen dringenden Anſtoß mitzutheilen glaubte.

Mein guter Fürſt, begann Gabriele zögernd, ich vernahm ſo eben aus gut unterrichtetem Munde, daß die Czarin heut Abend einen neuen Theatercoup beab ſichtigt, der auf eine große ungeheuere Wirkung beim Czaren berechnet iſt. Sie gedenkt die heutige Soirée des Czaren mit einem gewaltigen Fußfall vor dem⸗

ſelben zu beginnen, und alle ihre Kinder, die ſämmt