232
zu ihm und ſtrebte, ihn durch ihr unermüdliches Un⸗
terhaltungstalent und ihre ſtets anregenden Einfälle dem finſtern Hinbrüten zu entreißen, dem ſich Paul beim Anblicken ſeiner militairiſchen Schauſpiele ge⸗ wöhnlich überließ und wobei er oft ein ſehr unheim⸗ liches, die Großfürſtin ſchreckendes Anſehen gewann.
Heut, an einem ſehr trüben, ſtürmiſchen und regen⸗
vollen Tage, als ſich der Großfürſt eben wieder an ſeinem gewöhnlichen Platz auf dem Erker befand, und den Bewegungen ſeiner Soldaten unten vor dem Schloſſe und an dem Ufer des Sees tiefſinnig zu⸗ ſchaute, ſtand Maria Feodorowna ſchon ſeit einiger Zeit hinter ihm und ſchaute mit ihrem lieblichen, fein beobachtenden Lächeln dem Großfürſten über die Schul⸗ ter. Er bemerkte ſie nicht, ſondern ſchaute in tiefem finſtern Sinnen auf ſeine Bataillone hinunter, die eben im Begriff ſtanden, eine gelehrte ſtrategiſche Bewegung auszuführen, welche Paul ſehr mangelhaft fand und mit der er, nach ſeinen ungeſtümen und zuckenden Bewegungen zu ſchließen, ſich durchaus nicht einver⸗ ſtanden erklären konnte.
Dieſe Leute wiſſen ſich weder zu vertheidigen noch anzugreifen, rief Paul, nachdem er noch eine Zeitlang in ſtummer Wuth zugeſchaut hatte. Sie haben keinen


