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müſſen die Kirche beherrſchen, oder die Kirche beherrſcht uns“. In Rußland aber giebt es keinen Czaren, der ſich beherrſchen laſſen könnte! Wir nehmen das Hei⸗ ligenbild mit, denn wir wollen um unſerer guten Unter⸗ thanen willen die Kathedrale von Moskau damit ſchmücken, aber wir haben ihm einen beſonderen Wagen beſtimmt, indem es während der ganzen Reiſe, und auch bei unſerem Einzuge in Moskau ſelbſt, unmittel⸗ bar hinter dem Wagen, in dem ich mich ſelbſt befinde, einhergehen ſoll. Außerdem habe ich das Heiligenbild, um es zu ehren, in die koſtbarſten Gewänder gekleidet, und habe dieſe liebe gute Heilige mit einem Diamant⸗ ſchmuck gekrönt, wie ihn die erſte Dame meines Hofes nicht zu tragen verſchmähen würde. Kann man mehr thun, Potemkin, wenn man Czarin von Rußland iſt?
Potemlin ſchien durch dieſe Frage ſeltſam berührt zu werden. Er ſchrak zuſammen, und ſchien ſich dann wieder in ernſte Träumereien zu verlieren, indem er den Kopf vornüber auf die Bruſt herabhängen ließ und ſo eine Zeit lang im tiefſten Schweigen verharrte, ohne die geringſte Aeußerung von ſich zu geben. Dann blickte er plötzlich wieder empor, ſah die Czarin mit ſeiner unwiderſtehlich komiſchen, halb dummen, halb verſchmitzten Miene an, und ſagte, ſchlau lächelnd:


