Teil eines Werkes 
1. Abtheilung, Der Großfürst ; 1. Band (1861)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

202

Potemkin hatte ſich ſelbſt an die Spitze aller Vor⸗ bereitungen geſtellt, die zu der Reiſe nach Moskau nöthig wurden und für welche er das glänzendſte und pomphafteſte Programm entworfen. Doch wurde der ſtürmiſche Feuereifer, mit dem ſich Potemkin dieſer Sache bemächtigte, noch auf einige harte Gedulds⸗ proben geſtellt. Die Czarin wollte erſt eine Komödie fertig ſchreiben, die ſie vor einiger Zeit zur Feier ihrer Siege über die Türken begonnen, und in welcher der große Gedanke der Eroberung der Türkei, den ſie an die Spitze des Feſtſtückes ſtellen wollte, gerade an dieſem Tage in Moskau eine glorreiche Deutung und Verherrlichung finden ſollte. Dann aber wünſchte die Czarin auch noch um deswillen einigen Aufſchub der Feier, weil ſie die gereizte Stimmung der Bevölkerung fürchtete, welche die vor Kurzem in Moskau erfolgte Hinrichtung des Koſacken Pugatſchew gegen den Czarenthron erregt hatte. Jemelian Pugatſchew, der im Jannar des Jahres 1775 in Moskau nicht bloß hingerichtet, ſondern cannibaliſch von den Henkern zerſtückelt worden war, hatte große Sympathieen in Moskau und der ganzen weiten Umgegend zurück⸗ gelaſſen. Beſonders hing ihm das altgläubige Volk dieſer Gegenden, die Roskolniken der griechiſch-ruſ⸗