II.
Auf dem Flügel des Winter⸗Palaſtes, auf welchem die Zimmer lagen, welche der junge Großfürſt Paul mit ſeinem Gouverneur, dem Grafen Panin, bewohnte, herrſchte heut ſchon am frühen Morgen eine ſehr rege Lebendigkeit. Der Czarewitſch war von dem Ereigniß des Tages, von dem ganz Petersburg ſprach, ſchon geſtern durch ein vertrautes Zwiegeſpräch mit ſeiner Mutter unterrichtet worden, und er hatte ſich heut, ganz gegen ſeine ſonſtige Gewohnheit, ſehr früh aus ſeinem Bett erhoben, um ſich zu der wichtigen und feierlichen Audienz vorzubereiten, in der er heut Mittag zu der längſt erwarteten Brautſchau vor der Czarin erſcheinen ſollte.
Paul war vor Kurzem zwanzig Jahre alt geworden, aber ſeinem ungemein jugendlichen oder wenigſtens unentwickelten Ausſehn nach, das weit unter dieſem Alter zu ſtehen ſchien, würde man ihm leicht mehrere


