Teil eines Werkes 
1. Abtheilung, Der Großfürst ; 1. Band (1861)
Entstehung
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Wilhelmine, in der dieſe Eindrücke ſich am lebhafteſten abſpiegelten, hatte ſchon Thränen in den Augen, und Eliſabeth und Friederike lehnten ihre bleich gewordenen Geſichter an den Buſen der Mutter, an dem ſie ſich vor Allem, was um ſie her vorging, zu verbergen trachteten.

Die zarte Wilhelmine war indeß ohne Zweifel die entſchloſſenſte und gewappnetſte unter ihren Schweſtern. In ihren lieblichen blauen Augen trockneten ſich plötz⸗ lich die Thränen, und ein ſcharfer Anflug von Spott, der ihrem Geſicht zuweilen eigenthümlich zu ſein ſchien, trat in den Zügen hervor.

Mich dünkt, mütterliche Gnaden, ſagte ſie mit ihrer hellen, ausdrucksvollen Stimme zur Landgräfin, wir fangen hier in Petersburg an, eine äußerſt unglückſelige Rolle zu ſpielen? Wir ſind deutſche Prinzeſſinnen, und man ſchleppt uns wie Sclavinnen hier auf den Markt, um von einem fremden Fürſten, der nicht ein⸗ mal ſchön und liebenswürdig ſein ſoll, beſichtigt, und nach dem Belieben des geſtrengen Herrn entweder zu

ſeiner Ehegemahlin, vielleicht auch zu ſeinem blutenden

Opferlamm, erkoren oder mit Proteſt wieder über das Meer zurückgeſchickt zu werden. Gnädige Mama, das hatte ich erſt vor Kurzem in der Geſchichtsſtunde, daß