Teil eines Werkes 
1. Abtheilung, Der Großfürst ; 2. Band (1861)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

190

heftigen unwilligen Bewegung ihren Arm, an welchen

die Czarin noch immer ihre Hand gelegt, aus dieſer

harten Umfaſſung gezogen hatte.

Still blickte ſie dann vor ſich hin, in ihre ſchönen Augen trat ein wunderbarer Glanz, auf ihren Wan⸗ gen waren wieder rothe Roſenknospen wie von jugend⸗ licher Friſche aber mit einem rührenden ſchmerzlichen Ausdruck aufgegangen.

Dann ſagte die Großfürſtin, nach einer langen unheimlichen Pauſe, die zwiſchen beiden Frauen ein⸗ getreten war: Es iſt gut, daß Ew. Majeſtät mich nicht ſo hart am Halſe gezerrt hatten, wie an meinem Arm, ſonſt würde ich wahrlich erſtickt ſein! Mein Arm ſchmerzt mich ſehr, mich dünkt, er iſt hoch auf⸗ geſchwollen und geröthet.

Die Prinzeſſin rieb jetzt angelegentlichſt ihren Arm, was die Czarina, die ihr mit einer höhniſchen Ge— bärde zuſah, ſehr zu verdrießen ſchien.

Ihr ſeid und bleibt eine Unverſchämte! rief Ka⸗ tharina, in die größte Heftigkeit ausbrechend. Man weiß nicht mehr, in welchen Zuſtand Euch das Schickſal wird verſetzen müſſen, um Euch Beſcheiden⸗ heit, gute Sitte und Ergebung in das Nothwendige

Stirn

triun Neuer Uud,

beacht

pi die L