Teil eines Werkes 
1. Abtheilung, Der Großfürst ; 2. Band (1861)
Entstehung
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Ernſt beſchattete ſeine Züge, und er ließ es an der rührendſten Aufmerkſamkeit und Fürſorge für ſeine Gemahlin nicht fehlen. Mit einem Hochgefühl von Stolz und Freude blickte der junge Fürſt jetzt in die Zukunft, ſeine Züge hatten einen ſtrahlenden Charak⸗ ter angenommen, er ſchien alles Uebrige, mit dem er ſich ſonſt trug und an dem er litt, vergeſſen zu haben, und man betraf ihn in einer unaufhörlichen Geſchäf⸗ tigkeit, in einem beſtändigen Sorgen und Laufen und Veranſtalten, was aber immer nur den Sinn und den Zweck hatte, der Prinzeſſin ſeine innigſt zurückge⸗ kehrte Liebe, ſein über Alles gehende Intereſſe und ſein in ſeinem Herzen ſchwellendes Glück zu beweiſen.

Die Großfürſtin bemerkte dies mit einer ſeltſa⸗ men Empfindung. Seitdem ſie wieder das Palais in Petersburg bewohnte, hatte ihr Sinn einen wun⸗ bar ernſten Schwung erhalten, und ſie ſchien oft ſtun⸗ denlang in ein grübelndes Nachſinnen verſenkt. Zwar ſchien es ſie oft zu ängſtigen und zu beunruhigen, daß der Großfürſt ſie ſo viel mit einer ſo unabläſſi— gen Geſchäftigkeit umgab, aber ihre ſchönen großen Augen hatten für ihn jetzt einen viel milderen und friedlicheren Ausdruck, ſie betrachtete ihn oft lange,

bis eine aufſteigende Thräne ihre Blicke verdunkelte. Th. Mu ndt, Czar Paul. Erſte Abthl MI. 12