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Die Czarin hatte ſich heut, was ſie nur ſelten zu thun liebte, und nur wenigen großen Gelegenheiten vorbehielt, mit allem Vorbedacht ſchmücken und in ein wahrhaft feenhaftes Prachtbild verwandeln wollen. Und ſolche Abſichten wußte Katharina ſtets mit ei— nem ebenſo feinen als eigenthümlichen Geſchmack an ihrer Perſon in Erfüllung zu bringen. Sie hatte heut ein Gewand angelegt, das ganz nach der alten moskowitiſchen Form geſchnitten war und der Cza rin mit einer wunderbaren⸗Feierlichkeit ihrer Erſchei nung zugleich einen großen, alle Herzen gewinnenden Reiz verlieh. Dieſes mächtigen Eindrucks, den ſie in dieſer Tracht ausübte, war ſich die Czarin vollſtän— dig bewußt, aber ſie hatte heut die Zauber, welche
von ihr ausgehen ſollten, noch verſtärken zu müſſeg⸗
geglaubt, indem ſie das prachtvolle Gewand zugleich mit den koſtbarſten Edelſteinen dicht überſäet erſcheinen ließ. Dem General Potemkin war das ihm von allen Hofleuten angeſtaunte Vorrecht zu Theil gewor⸗ den, ſein Entzücken über dieſe wundergleiche Erſcheinung der Kaiſerin unmittelbar ausſprechen zu dürfen, und er that dies mit der rückſichtsloſen Naivetät, die den Hofleuten eigentlich einen beſtändigen Schrecken und heimlichen Schauder einflößte, ihm aber doch auch heut
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