Teil eines Werkes 
1. Abtheilung, Der Großfürst ; 2. Band (1861)
Entstehung
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Als der Großfürſt und die Großfürſtin ihren Wa⸗ gen verlaſſen hatten, trafen ſie mit der Czarin zuerſt in der großen alterthümlichen Verſammlungs⸗Halle zu⸗ ſammen, in welcher Katharina, ehe ſie ſich von dem Fürſten Bariatinsky in die für ſie eingerichteten alten Czaren⸗Gemächer geleiten ließ, ſich niedergelaſſen hatte. Die Czarin ſchien von der Reiſe ſehr ermüdet und klagte über ein heftiges Uebelbefinden, an dem die letz⸗ ten Gemüthsaufregungen, von welchen Katharina bei ihrem lautloſen Einzuge in der alten Czarenſtadt ſich be⸗ troffen gefühlt, ohne Zweifel die eigentliche Schuld trugen.

Als Paul und Natalie in den Saal traten, um ihre pflichtſchuldigen Erkundigungen bei der Czarin anzubringen, fanden ſie dieſelbe unter den Händen ihres Leibarztes und des mit einem ſtürmiſchen Eifer bemühten Potemkin, der nach allen Eſſenzen der Welt ſchrie und ſich faſt verzweiflungsvoll gebärdete. Die Czarin lehnte in der That bleich und ernſt in ſeinen Armen, und ſchien eben die Anwandlung einer Ohn⸗ macht überſtanden zu haben. Als ſie den Großfürſten mit ſeiner Gemahlin eintreten ſah, ſchrak die Czarin plötzlich zuſammen, und ein tiefer Purpur des Zorns überflog ihr blaſſes, leidendes Geſicht. Dieſer ſie

aufreizende Anblick ſchien aber ihre Lebenskräfte eher Th. Mundt, Czar Paul. Erſte Abthl. M. 2