Teil eines Werkes 
5. Band (1861)
Entstehung
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hätte ich die Ueberzeugung gehabt, daß ich noch den⸗ ſelben Tag in Deinen Armen ſterben würde, ſo würde ich dennoch gerade ſo gehandelt haben wie ich handelte.

In einer gewiſſen Beziehung war ſeine Krank⸗ heit eine Erleichterung für mich. Er bedurfte meiner ſofortigen Hülfe, und Riemand anders konnte ihm eine ſolche bringen. Dabei war er auch ſo ſchwach, daß ſelbſt ſein Wille ihn verlaſſen hatte er konnte weder folgern noch widerſtehen. Er ſchrieb blos: Du biſt mein Gewiſſen; handle wie Du willſt, nur handle recht. Und dann, wie Miſtreß Ansdell mir ſpäter ſagte, lag er einen Tag nach dem andern ruhig und geduldig, und wartete, wie er ſagte, auf keinen andern Engel als Theodora.

Wohlan, wir lächeln jetzt über dieſe Tage, wie ich ſagte. Gott ſei Dank, daß wir lächeln können; aber noch einmal durchleben möchte ich ſie doch nicht.

Mar wollte mir nicht eher erlauben, ihn bei Miſtreß Ansdell zu beſuchen, als bis mein Vater von allen unſern Plänen unterrichtet wäre. Papa aber widmete ſich jetzt rührig und heiter ſeinem täglichen Leben und ſchien Alles, was mich und Doetor Urquhart betraf, völlig vergeſſen zu haben. Zwei ganze Tage ging ich ihm auf allen Tritten