nicht für krankhaft ſentimental— krankhafte Sen⸗ timentalität iſt Etwas, was ich mehr verabſcheue als ſonſt Etwas— aber ich bin von Natur kein Menſch von heiterem Gemüth, das heißt, ich glaube, ich war einer, die Verhältniſſe ſind aber ſtärker geweſen als die Natur, und es koſtet mich jetzt Ueberwindung, zu erlangen, was, wie ich glaube, jeder Menſch ha⸗ ben ſollte, wenn er nicht geradezu ein ſchlechter Menſch iſt.“
„Sie meinen ein gleichmäßiges frohes Tempera⸗ ment, welches allen Dingen die beſte Seite abzuge⸗ winnen ſucht, wie Sie, meiner Ueberzeugung nach, thun.“
„Ein müſſiges Leben,“ fuhr er, ohne auf meine Worte zu achten, fort,„iſt vor allen Dingen für mich das ſchlimmſte. Wenn ich nicht ſo viel Arbeit habe als ich nur immer verrichten kann, ſo fühle ich mich nicht glücklich.“
Dies war bis zu einem Si Grade ver⸗ ſtändlich, obſchon Etwas mich überraſchte und ſchmerzte, nämlich, daß ſelbſt Doctor Urquhart nicht glücklich war. Iſt überhaupt Jemand glücklich?
„Verſtehen Sie mich nicht falſch.“(Ich hatte nicht geſprochen, aber er erräth meine Gedanken oft auf eine Weiſe, welche mich dankbar dafür macht, daß ich Nichts zu verbergen habe.)„Es giebt eben


