Teil eines Werkes 
2. Band (1861)
Entstehung
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nothwendiger Weiſe beide in ſich mit einer Ruhe, welche, glaube ich, ſelbſt ich erringen kann, wenn die Sache ſich nicht um mich allein handelt. Ich bin zu dem Schluſſe gekommen, daß es wirklich unvermeidlich iſt.

Wenn Du meine Jahre erreichſt, wenn Du alle jene Veränderungen erfahren haſt, über welche Du jetzt in Deinem unſchuldigen, unbewußten Herzen träumſt und Theorieen aufbaueſt, dann wirſt auch Du ſehen, daß mein Urtheil richtig war.

Die noch nicht errungene Liebe eines Weibes erringen zu wollen, legt, wenn wir ſie errungen haben, die Nothwendigkeit auf, ihr unſere ganze

frühere Geſchichte zu erzählen, ihr Richts zu ver⸗

ſchweigen, ſei es gut oder ſchlecht, ſobald es NRie⸗ manden weiter als uns ſelbſt gefährdet. Dieſes Vertrauen hat ſie ein Recht, zu erwarten, und der Mann, der es verweigert, iſt entweder an und für ſich ein Feigling, oder er zweifelt an dem Weibe ſeiner Wahl.

Zweifelt er auch, wenn ſie ſeine Gattin iſt, noch ſo an ihr, dann wehe ihm und ihr! In das Hei⸗ ligthum der Bruſt eines treuen Weibes etwas Fluch⸗ würdiges hineinzutragen, was für immer in der ſeinen verſchloſſen bleiben muß, dies iſt mir immer

Leben um Leben. 1I. 13