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glaubte, Du hätteſt es ganz vergeſſen. Du ſagteſt ja ohnehin, es ſei Unſinn— weißt Du noch?“
„Und höchſt wahrſcheinlich war es auch welcher. Ich will die Sachen aber ſpäter noch einmal durch⸗ leſen. Laß es nur gut ſein— es hat es ja Niemand gehört.“
Alſo, ſie dichtet. Ich wußte ſchon längſt, daß ſie ſehr talentvoll iſt und eine ſehr gute Bildung beſitzt. Talentvolle Frauen— moderne Corinnas — ich hatte früher keine ſonderliche Meinung von ihnen. Dieſe aber, dieſes ſanfte, ſchüchterne Mädchen mit ihrer heitern Einfachheit, ihrem ſtillen, häus⸗ lichen Weſen.
Ich ſagte, wenn Miß Theodora Etwas vorleſen wolle, ſo würde ſie ſich vielleicht erinnern, daß ſie mir einmal verſprochen, mir einen Kurſus in deut⸗ ſcher Literatur zu geben. Es ſei ein Buch über einen Mann meines Namens vorhanden— Max— Max wie denn gleich—
„Piccolomini! Sie haben ihn ſchon vergeſſen! Was für ein ſchlechtes Gedächtniß Sie doch für Klei⸗ nigkeiten haben!“
Das dachte ſie wirklich. 5 ſagte, wenn ſie der Meinung ſei, daß ein armer Arzt, der mehr ge⸗ wohnt ſei, mit Körpern als mit Seelen umzugehen, die Art von Büchern, welche ſie ſo zu lieben ſchiene,


