„Der Wind iſt kühl, Phineas, Sie müſſen frieren!“
Nun konnte auch ich ſprechen, durfte ihn bitten, mit mir über ſeinen Kummer zu reden.
„Seit langer Zeit haben Sie mir Nichts mehr mitgetheilt, und doch würde es Ihnen ſicher gut thun.“
„Mir kann Nichts helſen, Nichts als ein ſtilles Ertragen! Mein Gott! Was habe ich nicht ge⸗ tragen! Fünf volle Monate vor Durſt ſterbend, und nicht einen Tropfen Waſſer, um meine heiße Zunge zu kühlen.“
Er entblößte ſein Haupt und ſetzte Hals S Kopf dem ſcharfen Winde aus. Seine Bruſt hob ſich, ſeine Augen ſchienen Flammen zu ſprühen.
„Gott, vergieb mir! aber zuweilen kommt mir der Gedanke, ich könne mich dem Böſen ergeben, nur um einen Blick ihres Auges, oder einen Druck ihrer lieben kleinen Hand zu gewinnen.“
Ich antwortete Nichts. Was hätte ich auch auf Worte wie dirſe erwidern ſollen? Alles, was ich thun konnte, war, den ſtarken Ausbruch der Erregung abzuwarten. Dann ließ ich fallen, daß es wohl nicht unwahrſcheinlich ſei, er begegne ihr bald ein Mal.
„Ja, in weiter Entfernung, wie jener Wolke dort oben. Aber ich bedarf ihrer hier nah' bei mir


