— 188—
zu ſprechen, aber das Antlitz ihres gemeinſamen Grames feſt in das Auge faſſend und von dort zu Gott aufblickend. Sie wußten Beide, daß Er allein helfen konnte, ihn zu tragen; aber daß Jeg⸗ liches ihnen leichter ward, was Er ihnen nach ſeinem heiligen Willen auferlegte, wenn ſie es nur gemein⸗ ſam tragen durften.
So ſaßen wir alle Drei zufammen und kein Laut war in dem Wohnzimmer zu hören, als Mrß. Tod mir ein Zeichen gab, an die Thür zu kommen.
„Er will durchaus herein, er iſt ganz verwirrt, der arme Menſch! Er hat es eben erſt erfahren.“
Sie ward durch ihr Schluchzen unterbrochen. Lord Ravenel ſchob ſie in dem Augenblicke bei Seite und ſtand vor uns. Wir hatten ihn ſeit dem Abende nicht geſehen, wo wir den unſchuldigen Scherz mach⸗ ten, er ſei in Muriel verliebt. Uns Alle ſo ruhig verſammelt ſehend, das Wohnzimmer dabei unver⸗ ändert, wie er es immer fand, wenn er Abends zu uns kam, trat der junge Mann erſtaunt einige Schritte zurück.
„Es iſt nicht wahr! nein, es iſt unmöglich,“ ſtammelte er..
„Es iſt nur zu wahr!“ erwiderte der Vater. „Kommen Sie herein.“
Die Mutter hielt ihm die Hand entgegen.„Ja,


