Teil eines Werkes 
5. Band (1860)
Entstehung
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aufhörlicher Thätigkeit; ich erblickte ſie ab und zu, wenn ſie von Zimmer zu Zimmer eilte, entweder Guy's Bücher in den Händen oder ſeine Wäſche über dem Arme. Zuweilen blieb ſie auch einige Minuten am Fenſter ſtehen, noch einige nothwendige Stiche an einer Arbeit zu machen, die ſie ſelbſt Watkins nicht überlaſſen wollte, der guten Jenny, die ein roſiges Mädchen war, als Guy das Licht der Welt erblickte, ſondern eifrig daran ſtichelte.

Wir hielten an dem Tage ſelbſt nicht unſere regelmäßigen Mahlzeiten; es war auch vielleicht beſſer, daß es nicht geſchah. So ſah ich denn John zu ſeiner Frau herantreten, wie ſie nähte, ihr ein Stück Brot und ein Glas Wein bringend, doch ver⸗ mochte ſie Nichts davon zu nehmen.

Verſuche es, Mutter, flüſterte Guy betrübt. Was ſollte wohl aus mir werden, wenn ich Dich krank machte?

Ach, ſei unbeſorgt, ganz unbeſorgt, lächelte ſie, koſtete Etwas von dem Weine,brach ſich ein Stückchen Brot ab und fuhr fort zu arbeiten.

Die letzten Stunden vergingen ſo wirr und unordentlich, daß ich mich ihrer kaum erinnern kann. Ich ſehe nur immer Guy und ſeine Mutter überall zuſammen vor mir, immer neben einander, Alles gemeinſchaftlich vornehmend, ſo, als ob ſie jede ihnen