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„Nun leben Sie wohl, ich muß eilen, fortzu⸗ kommen.“
„Wohin?“ frug mein Vater ſich erhebend.
„Um zu verſuchen, das Haus und die Lohger⸗ berei zu retten; ich fürchte, wir werden die Mühle aufgeben müſſen. Rein, halten Sie mich nicht zurück, Phineas! ich bin von Allen gekannt und mir droht keine Gefahr. Uebrigens bin ich jung. Sorgen Sie nur hier für Ihren Vater. Ich komme zur rechten Zeit ſchon wieder“
Er ergriff nochmals zärtlich meine beiden Hände, ließ ſie dann los und ich hörte ihn die Treppe hin⸗ unter gehen. Es war mir, als ob ſich das Bimmr durch ſeine Abweſenheit verdunkelte.
Der Abend verging entſetzlich langſam. Mein Vater, durch Schmerz erſchöpft, lag ſchlummernd
auf dem Bette. Ich ſaß und beobachtete den Himmel
über den Giebeln der Häuſer, welcher zwiſchen den alten Winkeln und Ecken immer denſelben hellen blauen Anblick gewährte. Ich vergaß halb und halb die Ereigniſſe des heutigen Tages, es ſchienen mir kaum zwei Wochen, ſtatt zwei Jahre, zwiſchen dem Augenblicke zu liegen, wo John und ich an dieſem Fenſter ſaßen und zuerſt unſern Shakeſpeare ſtudirten.
Ehe es finſter ward, unterſuchte ich John's Zimmer genauer; es war bedeutend verändert. Die


