Teil eines Werkes 
2. Band (1866)
Entstehung
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wendigkeit eine Verpflichtung ein, deren Folgen ich noch gar nicht vorausſehen kann. Geſetzt, der Krieg zöge ſich in die Länge, ſo wäre ich während dieſer ganzen Zeit meiner Freiheit beraubt, und das wäre traurig für mich, da ich ja, wie Du weißt, Daniel nicht ſchwärmeriſch liebe. Wozu ſoll ich mich jetzt ſchon binden, da die Noth mich nicht dazu drängt?

Was ſoll ich alſo Daniel antworten? fragte Michael immer noch verlegen. Daſſelbe, was ich ihm ſchon einmal geſagt habe,

erwiderte Sophia,daß er nämlich warten möge.

Aber, liebe Schweſter, begann Michael nach einer Pauſe,er wartet, wie er mir ſagte, ſchon lange, ſchon ſo lange, als Du bei uns biſt. Und er würde vielleicht recht gern noch einmal ſo lange warten, wenn er nur wüßte, daß am Ende ſein Wunſch in Erfüllung ginge. Aber er meint, ſo wenigſtens ſagte er zu mir, Du hielteſt ihn hin, weil Du ihn nicht liebteſt, und weil Du, ehe Du ihn zurückwieſeſt, erſt Gewißheit haben wollteſt, ob ein Anderer Dich liebe; mit einem Worte, Du wollteſt ihn erſt dann heirathen, wenn Du keinen Andern fändeſt!

Wie, iſt Daniel Garika ſo klug, an eine ſolche Möglichkeit zu denken? fragte Sophia ſpöttiſch.Das hätte ich ihm kaum zugetraut. Nun, lieber Michael, ich