Teil eines Werkes 
2. Band (1866)
Entstehung
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und miſchte ſich deshalb höchſt ſelten in ihre Angelegen⸗ heiten. Genug, Michoel Brazow war von erträglichem Mittelgut. In jenen Gegenden jedoch, in welchen Un wiſſenheit, gewaltthätiger Sinn, Hinterliſt und rohe Ge⸗ nußſucht noch ſo häufig unter der Ariſtokratie zu finden ſind, hätte man ihm ohne Bedenken die Bezeich⸗ nung eines der beſſern Glieder ſeines Standes geben müſſen.

Der Graf hatte einige Briefe vor ſich liegen, in denen er las, erhob ſich aber ſogleich, als Sophia ein⸗ trat, und höflich, wie er ſtets gegen ſeine Schweſter war, reichte er ihr einen Seſſel und bat ſie, ihm gegen über Platz zu nehmen. Seine Miene, für gewöhnlich ſorglos und ohne einen beſtimmten Ausdruck, zeigte eine gewiſſe Unruhe, ja ſelbſt Verlegenheit. Er fragte, wie das Wetter ſei, wie Sophia ſich befinde, genug. er ſchien nicht zu wiſſen, was er beginnen ſollte. Sophia glaubte ihm zu Hülfe kommen zu müſſen und fragte ruhig:

Du haſt mich rufen laſſen, Michael ich vermuthe, Du haſt mir etwas Beſonderes zu ſagen! awohl, Sophia. Zuerſt, daß ich einen Brief von dem Major erhalten, in welchem er meldet, daß Schamyl, dieſer unruhige Geiſt, ſich gegen die Militär⸗ ſtraße gewendet hat und, wie es ſcheint, gegen Tiflis