Ramna⸗Rain, ein ſtattlicher, ſchöner Mann von kräf⸗ tigem Aeußern, blickte überraſcht auf den kühnen Dra⸗ goner und ſagte dann mit einem Lächeln:
„Du erzählſt mir Märchen, Fremdling. Aus welchem Wunderlande kommſt Du?“
„Keine Märchen!“ rief Will heftig.„Weißt Du noch nicht, daß Suradſcha⸗Daulah geſchlagen und ge⸗ fangen iſt? Wenn Du es nicht weißt, ſo wirſt Du die Nachricht bald durch die Ankunft unſerer Truppen beſtätigt ſehen.“
„Ich weiß, daß mein Herr und Gebieter bei Plaſſey von den Engländern geſchlagen worden“, antwortete Ramna⸗Rain ehrerbietig und traurig.„Aber eine ver⸗ lorene Schlacht iſt noch kein verlorener Krieg. Von einer Gefangennahme meines Herrn weiß ich bis jetzt nichts. Allah möge ſolches Unglück von uns ab⸗ wenden!“
In dem Weſen Ramna⸗Rain's lag eine Würde und
ein Stolz, wie Will ſie bisher noch bei keinem Hindu
gefunden. Er begriff wohl, daß er den Ton ſeiner Sprache mäßigen müſſe.
„Suradſcha⸗Daulah iſt gefangen, deſſen kannſt Du ſicher ſein!“ ſagte er.„Mir Jaffir iſt der neue Subah von Bengalen, Behar und Hriſſa. Du wirſt ſehr bald ſeine Weiſungen erhalten, und da Mir Joaffir unſer


