keine günſtige Gelegenheit für perſönliche Geſpräche geweſen ſei. Alſo im Palaſt des Nabobs ſollte er Miß Badyſon ſuchen! So nahe war er ihr, und welche Hinderniſſe lagen vielleicht dennoch zwiſchen ihm und ihr! Jetzt, da er hoffen durfte, ſie vielleicht ſchon am folgenden Tage zu ſehen, ſtiegen beängſtigende Zweifel in ihm auf. Wenn ſie ihn nun vergeſſen hatte? Oder wenn ſie ihn anders fand, als er wünſchte, von ihr gefunden zu werden? Was war er denn? Ein ein⸗ facher Lieutenant. Was konnte er ihr bieten? Aber auch dieſe Zweifel kämpfte ſein geſunder Sinn nieder. „Du wirſt Miß Badyſon befreien, wenn es Dir möglich iſt!“ ſagte er zu ſich ſelbſt.„Du wirſt Dein Leben für ſie einſetzen, wenn es nothwendig iſt. Und dann ſoll kein Wort, kein Blick verrathen, daß Du ſtets an ſie gedacht, daß ſie Dir das Theuerſte auf Erden iſt. Du wirſt ſie gleich hochachten, ob ſie Dir nun freundlich oder gleichgültig entgegentritt. Sie ſoll nicht glauben, daß ſie Dir Dankbarkeit ſchuldig iſt!“
Der Mann, bei dem Lieutenant Starlow ſein Quar⸗ tier genommen, war früher Diener bei Aliverdy⸗Khan geweſen und mit den Hertlichkeiten von Murſchi⸗ dabad genau bekannt. Will brachte den Mann zu dem Verſprechen, am folgenden Morgen in die Stadt und womöglich in den Palaſt zu gehen und ſich nach


