Teil eines Werkes 
2. Bändchen (1827)
Entstehung
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Fünftes Kapitel⸗ umriß der Geſchichte der Jeſuiten in Portugal; von ihrer Einfuͤhrung bis zu den Tagen des Marquis von Pom⸗ bal.

Schon in den erſten Jahren der jeſuitiſchen Wirkſamkeit zu Liſſabon erhoben Volk und Adel heftige Klagen, zumal uͤber die gewaltthaͤtige Be⸗ kehrungsweiſe, welche ſich Rodriguez, der erſte von Ignazius nach Portugal geſandte Provinzial des Ordens, erlaubte. Deſſen ungeachtet ſtutzte die Jeſuiten des Koͤniges perſoͤnliche Gunſt. Die Kirche von St. Antonio wurde ihnen in der Haupt⸗ ſtadt und ein prachtvolles Kollegium fuͤr die von Favier nachzuſendende Geſellſchaft in Coim⸗ bra eingeraͤumt. Bereits zaͤhlte Letzteres im Jahre 1544 ſechzig Mitglieder, darunter ſelbſt Edle; Liſt und Gewalt wechſelten bei der Werbung: das Volk murrte fortwahrend daruͤber, daß ſein Vermögen an Moͤnche verſchwendet wuͤrde; aber der Monarch war geblendet und die Stimme der Wahrheit drang nicht durch: die Gegner unter dem Adel kamen entweder in Gefaͤngniſſe, oder wur⸗ den aus dem Reiche vertrieben. Waͤhrend dieſer Zeit ſetzte Eavier in Oſtindien ſeine Bekehrungs⸗ reiſen fort. Nachdem dieſer unternehmende Moͤnch anfaͤnglich in der That mit preiswerther Anſtren⸗ gung fur Wiederherſtellung der Sittlichkeit zu Goa gewirkt, wo vrientaliſche Ueppigkeit und europaiſche

Korruptheit gemeinſam das geſellſchaftliche Leben auf das Fuͤrchterlichſte verpeſtet hatten; zog der